Vom 31. Juli bis 14. August 2026
Eine Reise, die ich schon vor ein paar Jahren machen wollte, doch dann kam die Seuche und die Reederei ging pleite. Damals wurde noch St. Petersburg angefahren. Das ist jetzt vorbei. Vor zwei Jahren war die letzte Kreuzfahrt. Es ging von Chile nordwärts, durch den Panamakanal bis nach Florida. Nun mal wieder Europa. Mit der deutschen Phoenix Reederei auf die Amera.
Die Route
31. Juli – Anreise
Ich werde wie vereinbart um 6.25 zuhause abgeholt. Ein weiterer Gast steigt in Gonsenheim zu. Dann fahren wir zum Flughafen. Diesmal nicht zum Fliegen sondern zum Bus nach Bremerhaven. Unterwegs gibt es noch zwei Zustiege und eine Extrapause. Kurz vor 12 sind wir in Röhden (Niedersachsen), wo es Mittagessen gibt.
Bei Hildesheim ist ein Megastau und es folgen noch einige. Nach 10 Stunden erreichen wir das KREUZFAHRTTERMINAL COLUMBUSKAJ BREMERHAFEN. Einchecken geht erfreulich schnell. Die Koffer werden vom Bus an die Kabine gebracht.

Über Durchsagen erfahren wir, dass das Schiff ausgebucht ist und somit kein Kabinenupgrade möglich ist. Darauf habe ich ein wenig gehofft, denn meine Kabine auf Deck 5 hat Bullaugen und kein Fenster. Das war bei der Auswahl nicht erkennbar.

Bei der Panama Kreuzfahrt bekam ich überraschend ein Upgrade von Fenster- auf Balkonkabine, kostenlos. Bei der Norwegen-Kreuzfahrt ging die Toilette auf der Innenkabine kaputt und ich bekam eine Fensterkabine.
Für 18.30 Uhr ist die Rettungsübung angekündigt. Diese wird auch sehr ernst genommen. Nach dem Signal schnappt man sich die Weste und geht zum in der Kabine ausgeschilderten Sammelplatz am Rettungsboot. Dort wird die Anwesenheit überprüft, die Weste erklärt und dann darf man sie anlegen. Schließlich kommt noch der Kapitän vorbei, sagt Hallo und wünscht uns eine gute, sichere Reise.

Während der Übung wurde schon die Gangway eingefahren und das Schiff ist bereit zum Ablegen. Dazu gibt es auf den oberen Decks schon wieder Sekt und schaurig schöne Musik aus dem Bordlautsprecher. Natürlich wird auch dreimal gehupt.
Die Restaurants sind abends ziemlich voll. Die Speisen allerdings verdammt lecker. Als Abendshow ist „Elvis“ angekündigt. Ein Sänger und zwei singende Tänzerinnen präsentieren Songs aus der späten Elivs Zeit. 30 Minuten – fertig.
Das nächste Ziel ist Cuxhaven. Dazu bräuchte das Schiff eigentlich nicht mal 2 Stunden. Wir fahren aber die ganze Nacht und legen am
01. August – Cuxhaven und Nord-Ostsee-Kanal
morgens um 7 Uhr in Cuxhaven an. Man kann bis 11.30 Uhr raus gehen. Um 12 legt die Amera Richtung Brunsbüttel ab.
Ich wollte erst gar nicht an Land gehen, wegen der knappen Zeit. Gehe dann aber doch und lande im Museum „Windstärke 10“ nach 20 Minuten Fußmarsch. Es zeigt den Hafen und Cuxhaven im Wandel der Zeit. Die Blütezeit der Heringsfischerei. Die Gefahren, die Fischer auch heute noch ausgesetzt sind – damals aber noch viel schlimmer. Alles wunderschön aufbereitet und dargestellt. Mit großen lesbaren Texten.

Der Rückweg zum Schiff wird durch ein Schlammsaugboot ausgebremst, das ausgerechnet heute die Schleusenkammer im Hafen bearbeiten muss. Durch das Öffnen des Schleusentores fehlt die Brücke zum Kai, an dem die Amera liegt. Zum Glück trifft das nicht nur mich sondern auch andere Landgänger und wir erreichen trotzdem um kurz nach 11.30 Uhr das Schiff.
Um 12 legen wir Richtung Brunsbüttel ab. Hier ist die Einfahrt in den Nord-Ostseekanal. Gegen 15 Uhr sind wir zwar da, aber müssen erstmal ne Stunde ankern. Es sind noch Schiffe vor uns dran.

Die Einfahrt und das Schleusen gehen dann wie in Zeitlupe. Die Amera wird an Steuerboard vertäut, das Wasser in der Kammer abgelassen (etwa 15-20 cm) dann geht das obere Schiebetor der Kammer auf und wir sind im Kanal.
Mit konstanten 12,4 km/h nähern wir uns der Ostsee. Highlight ist dann gegen 22.15 Uhr das Passieren von Rendsburg mit seiner besonderen Brücke, an der eine Schwebefähre installiert ist.

Entlang des Kanals immer wieder freundliches Winken von Fans oder Angehörigen der Passagiere, die dann auch Fotos auf Facebook posten.


2. August – Seetag
Auf der Ostsee angekommen geht es mit 17 Knoten Richtung Osten. Ein herrlicher Sonnentag mit ruhiger See. Wir passieren die Insel Bornholm nördlich. An Board zahlreiche Veranstaltungen, die auf die kommenden Ausflüge vorbereiten.

Am Abend ist der feine Zwirn angesagt. Der Kapitän Daniel Christian Valdes und der Kreuzfahrtdirektor Joachim Limberger laden zur Willkommensveranstaltung in die Show Lounge und stellen die Mannschaft vor.


Dann ist wieder Showtime.

Mittags um 12 wurde die Uhr eine Stunde vor gestellt, deswegen ist es nach der Show noch hell.

3. August – Klaipėda
Die Altstadt ist nicht weit vom Hafen, trotzdem fährt uns ein Bus erstmal an ein paar markanten Gebäuden vorbei dorthin.

Dann laufen wir auch auf groben Kopfsteinpflaster ein Stück.


Überall sind die Einflüsse der verschiedenen Machthaber der letzten Jahrhunderte zu sehen. Wie überall.



Der Junge will in die weite Welt – der Hund nicht.

Etwas später als geplant laufen wir aus und kommen am Leuchtturm von Klaipėda vorbei. Dann geht es auf die Ostsee Richtung Norden.

Die Abendshow steht unter dem Motto „BEATLES“. Über die Monitore werden Film- und Konzertausschnitte der echten Beatles gezeigt und das Showensemble singt und tanzt dazu. Das war schon wesentlich besser als die bisherigen Shows.

4. August – Riga
Gegen halb sieben morgens zeigt das Bord-Infosystem eine fast unveränderte Position des Schiffes seit gestern Abend. Da kann was nicht stimmen, denn die Sonne scheint mir backbords durch die Bullaugen und die geht auch hier nicht im Westen auf. Gegen halb acht bin ich auf dem Aussichtsdeck und sehe Land voraus. Es ist Lettland. Die Daugova Mündung. Die Einfahrt nach Riga.

Große Schiffe kommen nur bis zur ersten Brücke. Geschickterweise hat man das neue Kreuzfahrtterminal davor geplant und wenigstens ein Kai zur Verfügung. Dort machen wir backbords fest.

Der Landausflug führt natürlich nach Riga und den unzählig schönen Gebäuden im Jugendstil. Diese wurden im Krieg zwar nicht beschädigt, aber haben in der sowjetischen Zeit stark gelitten und seit der Unabhängigkeit wieder aufgehübscht. Die Reiseleiterin aus Riga erzählt ohne Punkt und Komma, aber in sehr gutem Deutsch, zu fast jeden Gebäude etwas.



Riga hat viele Grünflächen. Ein Kanal führt auch durch einen Park. Bei einer Bootsfahrt lernen wir diesen kennen.


Wir fahren auch raus auf den Daugova, an Unserem Schiff vorbei und weiter unten wieder auf den Kanal. Ich erfahre, dass die Rigibsplatte hier erfunden und hergestellt wurde.
In der Altstadt gibt’s dann noch ältere Gebäude und Kirchen und auch wieder grobes Kopfsteinpflaster.






Als gegen 16.30 Uhr schon alle Gäste wieder an Bord waren beschließt der Kapitän etwas früher abzulegen. Er wendet das Schiff vor der Brücke und nimmt Kurs auf Tallin, Estland.
Am Abend wird in der Show Lounge „Musik ist Trumpf“ gezeigt. Das sechsköpfige Showensemble Singt und tanzt deutsche Schlager. Alle neu aufbereitet mit flotterem Rhythmus und diversen Duettgesängen.

5. August – Tallin
Zum Frühstück ist die Amera noch auf Nordkurs und biegt bald in den finnischen Meerbusen ein. Manchmal ist am Horizont Land zu sehen. Um 12.30 Uhr sind wir in Tallin. Mein Ausflug beginnt um 14 Uhr.


Mit dem Bus fahren wir erstmal durch ein paar Straßen zur Orientierung. Beim Platz der Sänger steigen wir erstmals aus.

Auf dieser Bühne stehen einmal im Jahr über 2000 Singende und verschmelzen dabei mit dem Publikum.
Zweiter Halt ist Tallins Fernsehturm. Dort gibt es eine Aussichtsplattform im 21. Stock…


Eine Etage darüber ist ein Restaurant mit nicht verglaster Terrasse.

Dann fahren wir in die Altstadt. Leider verhindern Wolken schönere Fotos, da das Licht fehlt.





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